Montag, 23. April 2012
MERCIMAX "coffee&prejudice"
Gleich die erste Performance, die ich gestern beim PAZZ Festival gesehen habe, hat mich unheimlich gerührt. MERCIMAX heißt die Gruppe, die mit "coffee&prejudice" eine ganz wunderbare, intime Installation nach Oldenburg gebracht hat. Alleine an einem Kaffeetisch sitzend, wird man nach und nach von einzelnen - stummen - Performern besucht. Deren Geschichten, deren Geständnissen lauscht man über Kopfhörer und betrachtet dabei sein jeweiliges Gegenüber. Die bestehende Nähe, nur über einen Tisch hinweg, lässt verstohlene Blicke gar nicht zu. Dieses eins zu eins entwickelt sich schnell zu einer persönlichen Interaktion zwischen Zuschauer und Performer, das vollkommen ohne direkten Wortwechsel auskommt.
Merkwürdig mag das Gefühl für beide sein, einem Menschen gegenüber zu sitzen und ihn wortlos anzustarren, doch die - im Oldenburger Casting gefunden - Mitspieler strahlen eine solche Ruhe aus und lassen gleichmütig die unverhohlenen Blicke zu, dass man als Zuschauer beginnt, sich selbst emotional zu entblößen.
Die Gegenüberstellung erweist sich als intensives Erlebnis, das, weit weg vom Mitmachtheater, den Zuschauer und seine unmittelbaren Reaktionen zur Hauptsache macht.
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